„Blut im Stuhl – aber zum Arzt geh ich nicht“ …

… war ein Magazin, das zwischen 1994 und 2008 erschien. Darin veröffentlichten zunächst die vier Gründer eigene Comics, Zeichnungen und Kurztexte und ließen ihrer Vorliebe fürs Absurde und Groteske freien Lauf. In den folgenden Jahren erschienen dann in dem Blatt Beiträge von insgesamt mehr als fünfzig Zeichnern und Autoren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Slowakei.

„Blut im Stuhl“ war unkommerziell, wurde kostenlos verteilt und stellte bis zum Schluss durch die Verwendung von Pseudonymen den einzelnen Künstler hinter die Gruppe.

Während der produktivsten Phase von 1996 bis etwa 2002 wurde „Blut im Stuhl“ nicht nur im Satireblatt „Titanic“ in einer Fanzine-Rundschau sehr wohlwollend besprochen, sondern auch in anderen größeren Publikationen erwähnt (etwa der „Zitty“ in Berlin oder der „coolibri“ im Ruhrgebiet).
Zur selben Zeit gab es auch den ersten Live-Auftritt im Radio („Radio Unerhört“ in Marburg), dem noch einige weitere Radiosendungen und eine Reihe von Lesungen folgten. Ein Höhepunkt dieser Live-Auftritte war ein Abend in Dresden, an dem man im „7. Stock“ ein in der Nacht zuvor geschriebenes absurdes Theaterstück aufführte.

Zuletzt aber, nachdem schon in den Jahren zuvor die Zeiträume zwischen den einzelnen Ausgaben angewachsen waren und jede neue Ausgabe ein immer mühsamerer Akt zu werden schien, wurde nach der Nummer 31 im Sommer 2008 allmählich klar, dass eine weitere Ausgabe unwahrscheinlich war und dass man Gefahr lief, aus dem ursprünglich so kraftstrotzenden und wie von allein sich ergebenden Magazin ein eher anstrengendes Projekt aus Nostalgie und Gewohnheit zu machen.
Und da wir meinen, dass unser kleines feines Magazin ein würdigeres Ende verdient hat, entließen wir es Ende 2010 dann endgültig in die ewigen Jagdgründe und schickten die Website, die hier an dieser Stelle zu finden war, gleich hinterher.
Ausgaben sind nicht mehr erhältlich, aber sowohl die Deutsche Nationalbibliothek als auch die nordrhein-westfälische Landesbibliothek in Münster haben jeweils eine komplette Sammlung archiviert.

„Blut im Stuhl“ war ein wunderbares Blatt, aber nun ist es Zeit, etwas Neues zu tun.