
Lesung in der Anton-Reiser-Buchhandlung in Dortmund am 15. März 2002
Guido, der Helmut Newton Westfalens und niemand anderes als der gute alte BiS-Mitgründer G-Punkt, wohnte als einer der etwa 25 begeisterten Zuhörer unserer Lesung am 15. März bei und versuchte das Unmögliche, nämlich unser Treiben fotografisch festzuhalten. Herausgekommen sind dabei die folgenden schönen Schnappschüsse, höchstpersönlich entwickelt und vergrößert von Guido und elektrifiziert und kommentiert von Heyoka.
Aufgetreten sind James Blond und Heyoka sowie als Gast der Künstler Jott Kaa, der mit seinen bizarren Verkleidungen, merkwürdigen Utensilien und seiner Stimmgewalt das Publikum beeindruckte. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte die Dortmunder Band „Baffles Description“.
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James Blond und die begeisterten Massen
Den Reigen der Vortragenden eröffnete James Blond, welcher wieder einmal Geschichten aus dem wahren Leben zum Besten gab. Leider kam kein besonders enger Kontakt zum Publikum auf, wie man auf dem Foto deutlich sieht, da James Blond tags zuvor bei einer während einer nächtlichen Autofahrt eingelegten Pinkelpause im Dunkeln zielsicher in einen bereits von anderen Notdurftlern ausgiebig bewässerten Teil des Terrains stapfte, so dass sich sein textiles Schuhwerk auf der Stelle mit dem aromatischem Süppchen vollsog und nun auch bei der Lesung einen recht strengen Geruch ums Lespult herum verbreitete.
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James Blond freut sich
Warum, das weiß keine Sau.
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Jott Kaa deklamiert
Mit der traditionellen Ausgehuniform des ultraorthodoxen Flügels der Westfälischen Kanarienfreunde e.V. trat der Dortmunder Künstler Jott Kaa auf, der als bekennender Fan des BiS-Autors Fromp 12 Texte aus dessen Œuvre ausgewählt hatte und nun in meisterhafter Weise vortrug.
Da er durch seine Frittierfettspritzschutzbrille – welche die Statuten seines Vereins als unverzichtbaren Teil der Uniform vorschreiben – kaum etwas sehen konnte, war er gezwungen, große Passagen der Texte aus dem Gedächtnis vorzutragen.
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Jott Kaa musiziert
Jott Kaa beschränkte sich nicht nur darauf, die Fromp-Texte mit donnernder Stimme vorzutragen, nein, er untermalte jeden einzelnen Text mit kleinen feinen musikalischen Zwischenstücken, die er mit teils aus knorrigen Wacholderholzknüppeln handgeschnitzten, teils von arglosen Eskimo- und Sorben-Bands in der Fußgängerzone geklauten Instrumenten intonierte.
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Jott Kaa deliriert
Nachdem er eine Sturzflut von kryptischen Texten und aberwitzigen Melodiefragmenten auf das Publikum losgelassen hatte, kam schließlich der Geist über Jott Kaa, der Geist Paganinis. Wie zwanzig Derwische schraubte sich der bis dahin angesehene Künstler in immer höhere Höhen der Ekstase. Er wand sich hinter dem schwankenden Lesepult, rollte mit den Augen und sprach phönizische Texte rückwärts, bis sein heiliges Rasen schließlich darin gipfelte, dass er auf einer original griechischen Hirtenflöte ein zweiundzwanzig Minuten anhaltendes hohes C blies.
Dann aber bekam er Durst, dankte dem Publikum, verließ das Lesepult und verlangte nach einem Getränk.
