Redaktionsfahrt nach Wien vom 29. Mai bis 2. Juni 2003 (Teil 1)

Nach unserer ersten Lesung in Wien im bitterkalten Winter 2001 wollten wir das Ganze unbedingt noch einmal im Wonnemonat wiederholen und machten uns auf den Weg.

(Bericht und Fotos von Tokl – und die Taube sowie die Kunstwerke von Koboldskram – und Foto-Kommentare von Heyoka)

Die Planung:

Eine Reise bedarf immer einer intensiven Planung, um vor Ort keine bösen Überraschungen zu erleben. So haben auch wir uns nicht getroffen und nichts geplant, außer den bereits stehenden, minutiösen Ablauf der Lesung.
Durch einen straffen Zeitplan wollten wir Wien mit unserem Kulturgut zum Überlaufen bringen. Ein Höhepunkt sollte den nächsten jagen! Mit einer ohren- und augenbetörenden Show sollte feinster Humor zum Besten gegeben werden. Das alles gepackt in 90 Minuten und 37 Sekunden, davon 3 Minuten und 24 Sekunden Umbaupause. Genau so sollte das laufen, dazu später mehr.
Da die Performance stand, benötigten wir nur noch eine Unterkunft. Etliche Hotels baten uns bei ihnen einzukehren, was wir dankend ablehnen mussten, da Werbebanner selbiger Hotels unsere Show auf das Empfindlichste stören würden. Eine „kurze“ Abstimmung unter den Redakteuren sorgte dafür, dass adäquate Hotels bereits belegt waren und nur noch das Hotel „Auhof“ eine Nische zu bieten hatte.

Einen Tag noch:

Die Vorfreude, oder besser gesagt die Nervosität, einiger Redakteure nahm im Vorfeld der Reise bedenkliche, gar gottlose Züge an. Heyoka gab sich so unerträglich, dass es anderen Autoren schwerfallen sollte, sich zum Antritt der Reise zu motivieren. Fromp sagte aus just diesem Grunde seine Mitreise ab, was Koboldskram dazu veranlasste, seine Teilnahme an der BiS-Tour zu überdenken.
Ein hervorragend angelaufener Kartenvorverkauf ließ allerdings keine Zweifel mehr offen: wir konnten unsere österreichischen Gesinnungsgenossen nicht enttäuschen.

Die Abfahrt:

Da das Equipment in den LKWs verstaut war und einige Redakteure mit Abwesenheit glänzten, passten wir prima in den Firmenwagen, welcher uns anno 2001 auch schon nach Wien getragen hatte. Den Routenplan ins Auto und die Mitstreiter abgeholt. Einen in Meschede, den anderen in der Hessenmetropole Marburg (Hessen weiträumig zu umfahren, war damit leider nicht machbar).
In Marburg bedurfte es eines Aufenthalts, der das Motto des gesamten Auslandaufenthaltes wiederspiegelte: „Wir warten auf Koboldskram!“

  • Die Routenplanung

    Vorschau: Die Routenplanung Nichts geht über eine sorgfältige Planung der Route, wenn es auf Reisen geht. Empfehlenswert ist dabei neben der Ausarbeitung der Wunschstrecke auch das Notieren von Ausweichrouten, um Staus umfahren zu können.
  • Autobahn-Impression

    Vorschau: Autobahn-Impression Die wenigsten Menschen sind zugänglich für die herbe Schönheit einer einfachen dreispurigen Autobahn. Die BiS-Redaktion macht da keine Ausnahme.
  • Boxenstopp

    Vorschau: Boxenstopp Gezeichnet von den Strapazen (6 Stunden am Steuer, 7 Stunden Warten auf Koboldskram in Marburg): Tokl.

Die Fahrt:

Stumpfes Autobahngedresche mit wechselnden Fahrern, Pinkelpausen und zusammengeschmolzenen Schokoreisplatten. Schokowaffeldschungelbuchklebebildsprüche ließen unser Herz hüpfen und sorgten für Kurzweil.

Die Ankunft:

Über die A1 der Hauptstadt entgegen, nicht wissend, wo das Hotel sein könnte, nur eine vage Adresse. Spitzenvoraussetzungen für eine Odyssee durch Wien. Die Autobahn ahnungslos immer weiter nach Osten, bis eine vertraute Stimme vom Rücksitz was von einer Auhofstraße flüsterte. Mit einem gewagten Manöver in die Straße hinein, um vor dem gewünschten Hotel zum stehen zu kommen. Soviel zur Odyssee!

Das Hotel:

Setzt man an diese Geschichte einen geschulten Werbefotografen und wartet auf blauen Himmel, so kann man dieses Hotel von außen im schönsten Licht erscheinen lassen. Von innen jedoch – so viele Schulungen kann ein Fotograf gar nicht machen.
Wir wollten natürlich unserem Stargehabe Vorschub leisten und die gemieteten Zimmer in Schutt und Asche legen. Es war nichts zu machen. Es blieb uns nur, unsere geschundenen Leiber in den vorhandenen Schutt zu legen. Zugegeben, es war schon günstig und ganz ohne Frühstück. Gut war auch, dass die Toilette und die Dusche am Flur war und nicht im Flur. Sicherheitshalber hat der Inhaber des Hotels eine Werbung für eine Hautärztin in den Flur gehangen. Spezialgebiet Fuß- und Vaginalpilz. Wir haben jetzt beides, ganze Arbeit von der jungen Frau.

  • Das Auhof-Hotel

    Vorschau: Das Auhof-Hotel Außen lockt der Auhof mit beinahe südländischem Charme, und die BiS-Redakteure hieven frohen Mutes ihre 45 Koffer hinein.
  • Das Zimmer auf den ersten Blick

    Vorschau: Das Zimmer auf den ersten Blick Innen erwartet den Besucher dann eine gemütlich-rustikale Atmosphäre. Der Clou: die Zimmerwände sind so konstruiert, dass man sich durch Klopf- oder Schnarchzeichen mit seinen Nachbarn verständigen kann.
  • Und auf den zweiten

    Vorschau: Und auf den zweiten Bei näherem Hinsehen entdeckt Tokl in seinem Gemach dann einige Armaturen, welche ihn doch ein wenig nachdenklich machen. Der berühmte morbide Wiener Charme hat uns bereits in seinen Bann geschlagen.

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