
Lesung im Café Weber in Dortmund am 29. Februar 2004
Am 29. Februar 2004 fand die große „Blut im Stuhl“-Jubiläumslesung zum 10-jährigen Bestehen unserer kleinen Postille im Dortmunder Café Weber statt. Vor mehreren Tausend begeisterten Fans gaben Brachland, Heyoka, Koboldskram und als Gaststar einmal wieder der Dortmunder Künstler Jott Kaa allerlei Konfuses aus der literarischen Gosse zum Besten.
Ein Dank soll an dieser Stelle an Christine vom Café Weber gehen, die uns diese Lesung möglich gemacht hat, sowie an die Dortmunder Band „Bad Brakes“, die uns ihre Boxen für die „PA“ geliehen hat, und Heyokas kleinen Bruder Michael, der das Lesepult zusammengezimmert hat!
(Fotos von Tokl mit Kommentaren von Heyoka)
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Letzte Vorbereitungen
In Heyokas Wohnung – von ihm selbst als unwirtliches Interimsdomizil klassfiziert, ein Interim, welches nun bereits vier Jahre andauert – in ebendieser Wohnung verpassen die Stars, hier Koboldskram, ihrem Outfit den letzten Schliff!
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Vor der Show
Erstes Zusammentreffen von Brachland und Koboldskram seit geraumer Zeit. Doch für Sentimentalitäten ist keine Zeit, denn die große Jubiläums-Gala verlangt perfekte Vorbereitung. Es darf kein Fehler passieren.
Alle stehen unter Strom! -
Punkt 18 Uhr
Es ist 18 Uhr – die Show kann beginnen. – Und irgendwo, irgendwo in den Weiten des Cafés soll auch schon ein erster Gast gesichtet worden sein.
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Heyoka liest
Um 18:20 Uhr entscheiden wir uns, unseren grimmigen Reinschmeißer Tokl vom Eingang abzuziehen und ihn Stellung an der Theke beziehen zu lassen. – Und siehe: das Lokal füllt sich plötzlich.
Um 18:30 Uhr kann Heyoka endlich den Reigen literarischer Perlen eröffnen. -
Das Publikum jubelt
Bereits nach wenigen Minuten ist das Publikum hellauf begeistert und äußert sein Wohlgefallen in immer ausgelasseneren Jubelstürmen.
Sogar ein echter Promi befindet sich im Publikum. Erkennen Sie ihn? -
Jott Kaa liest
Wieder hat sich der Großmeister der Performance, Jott Kaa, etwas ganz Besonderes für seinen Auftritt einfallen lassen: im Zermenonienanzug des Schamanen eines sibirischen Tschuktschen-Stammes bedient er sich dieses Mal des prästalinistischen russischen Flaggenalphabets (mit kyrillischen Flaggen), um eine Reihe von Texten des BiS-Autors Fromp vorzutragen.
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Koboldskram liest
Immer wieder unterbrochen durch sein lautes Gelächter gibt Koboldskram seine Klassiker wie „Im Kinderzimmer“ oder „Lex Barker und Unzenmichel“, aber auch einige Neuschöpfungen zum Besten.
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Das Publikum rast!
Spätestens jetzt ist das Publikum nicht mehr zu halten! Schreie höchster Verzückung gellen, Körper winden sich in Ekstase am Boden, und trotz des Verbotes beginnen die vielen Damen im Publikum, Stück für Stück ihre Unterwäsche auf die Bühne zu werfen.
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BiS-Welttournee
Der umwerfende Erfolg der Jubiläums-Gala veranlasst die BiS-Macher, Zukunftspläne zu schmieden. Die Planung einer Welttournee wird noch während der Lesung in Angriff genommen!
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Christine, die Chefin
Paparazzi-Qualitäten offenbart unser Fotograf Tokl, als er es – geschickt hinter einem Bierglas versteckt – schafft, ein Foto der Betreiberin des Café Weber zu erhaschen, obwohl sich jene unter dem Vorwand, sie sei unfotogen, nach Kräften sträubt.
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Brachland liest
Bühnenjubiläum für Brachland, der sich eigens zu diesem Anlass einen todschicken Tweed-Anzug zugelegt hatte. Nach einer mehrstündigen Vorrede beinahe castroscher Qualität präsentiert er einen geklauten Text. Die Stimmung im Publikum schlägt um. Zurecht!
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Der Doktor in spe
Völlig unbeeindruckt von dem Lärm um ihn herum, nur hie und da einmal leise schmunzelnd, sitzt doch in Thekennähe tatsächlich ein Herr und schreibt an seiner Dissertation (man munkelt, es sei irgendetwas mit Marx und so Sachen).
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Tokls Werk …
Unterdessen ist auch Meister Tokl nicht untätig. Er erhebt die Forderung „Die Wirtschaft ankurbeln“ zum Motto des Abends und tut sein Bestes. Sein geleistetes Pensum wird sauber dokumentiert und verdient durchaus Anerkennung.
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… und die Folgen
Tokls selbstloser Einsatz an der Theke hat allerdings zur Folge, dass die Qualität der von ihm fabrizierten Fotos gegen Ende der Lesung doch eher zu wünschen übriglässt.
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Der Abtritt
Nicht nur unser Wirtschaftankurbler Tokl, sondern auch nüchterne Gäste tun gut daran, die zu den Sanitärräumen führende Treppe nur mit vollster Konzentration zu benutzen.
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Feierabend
Geschafft. Nachdem die eiligst herbeigerufene Polizei die um eine Zugabe geprellte und in ihrem Unmut bereits marodierende Publikumsmeute aus dem Lokal entfernt hat, können die Stars zum entspannten Teil des Abends übergehen. Die Parole heißt: „Wirtschaft ankurbeln!“
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Brachland-Starposter
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Heyoka-Starposter
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Koboldskram-Starposter
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Tokl-Starposter
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Jott Kaa-Starposter
Jott Kaa (links) im angeregten Gespräch mit dem Dissertanten.
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Weitere Verpflichtungen
Mitten im Wirtschaftsankurbeln kommt es Brachland in den Sinn, dass es doch auch eine feine Sache wäre, den Abend mit seiner Freundin in Düsseldorf zu verbringen, anstatt zusammen mit einem Haufen alkoholisierter Möchtegern-Künstler in der Wohnung des Heyoka – von jenem selbst übrigens als unwirtliches Interimsdomizil klassfiziert, ein Interim, welches nun bereits vier Jahre andauert.
Also, kündigt er sich flugs per SMS an und sitzt schon wenige Minuten später im Zug. -
The show must go on
Heyoka, Koboldskram und Tokl – letzterer zwischenzeitlich durch ein Putenbaguette und Kaffee reanimiert – setzen, nachdem sich auch Jott Kaa verabschiedet hat, ihr karitatives Wirken für die deutsche Wirtschaft fort. Und nachdem man schon um kurz vor Eins auch aus der letzten Kneipe rausgeflogen ist (Sonntag halt …), lässt man sich in Heyokas Wohnung nieder – von jenem selbst übrigens als unwirtliches Interimsdomizil klassfiziert, ein Interim, welches nun bereits vier Jahre andauert.
Dort macht man sich daran, anhand einiger an der benachbarten Tankstelle erworbener Proben, herauszufinden, was es eigentlich mit den in den Medien so prominenten „Alcopops“ auf sich habe. -
Je früher der Morgen …
Bei den sich in der Folge entwickelnden tiefsinnigen Debatten über Gott und die Welt darf natürlich auch Gevatter Tod nicht fehlen.
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Exzesse
Insbesondere auf den Kollegen Koboldskram – vormals ein ruhiger, unauffälliger, höflicher Traummann vieler Schwiegermütter oder so – haben die Alcopops eine geradezu verheerende Wirkung!
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Der Tag danach
Gegen 6 Uhr morgens heißt es dann natürlich wieder frisch in die Hände gespuckt und ab zur Arbeit.
Jedenfalls bei den Nachbarn.
