
Auch diese Ausgabe ist wieder garantiert lustiger und cooler, als es My Way je sein wird: absurde Geschichten, wie das Leben sie wohl doch schreibt, lustige Bildchen von gemalten Liedern […], mal krakelig, mal richtig gut gezeichnete Comics, die sich durch einen ziemlich eigenartigen Humor auszeichnen.
Ich kenne das Heft […] jetzt seit drei oder vier Ausgaben und fand es bis dato immer etwas "suspekt" und befremdlich. […] Ich weiß nicht, woran es lag, aber dieses Mal habe ich alles bis zum Ende gelesen und bestimmt 90% auch verstanden, glaube ich zumindest. […] Das Heft steckt voller genialer Geschichten und Zeichnungen, und lange ist es her, dass ich ein Heft von vorne bis hinten gelesen und dabei so viel Spaß gehabt habe. Ich bin begeistert!
Der Titel, welcher die Vorderseite des Covers ziert, klang in meinen Ohren nicht gerade lieblich und verheißungsvoll, was Chriz mir aber unter Zuhilfenahme der lustigen Allerweltsaussage "So Scheiße, dass es schon wieder gut ist" alsbald ausredete. Well, insgesamt besteht der Inhalt aus kurzen Geschichten (während des Lesens entstand in mir die Annahme, die Herrschaften Schreiberlinge hätten einen besonderen Bezug zum alten Mühlheimer Helge Sch.), allesamt äußerst skurriler Natur und Comics. Alles solide gefertigt mit offensichtlich viel Spaß an der Sache, ich wurde damit aber nicht wirklich warm.
Die verweigernde Haltung ist Programm - verzichten die Autoren doch auf Einnahmen, oft auch auf Sinn und Pointe. Normalität wird gemieden, der Hang zum Skurrilen gepflegt.
Wie alle mir bisher bekannt gewordenen Ausgaben enthält auch diese Ausgabe Prosa vom Absurdesten (lakonisch, nä ... und irgendwie a-logisch), dilettantisch-witzige Cartoons bzw. Mini-Comics, fiese Zeichnungen [...], mit denen der Bonbon-Kinderwelt, aus der die Macher kommen + mit einem Füßchen oder Zeh noch immer drin stecken???, der letzte (Todes-!)Stoß versetzt werden soll?
Genial bis grotesk, abgefahren und absurd - und immer etwas pseudophilosophisch. Aber statt nach ein, zwei Heften dicht zu machen, wird das schwarzweiße Schmuddelheftchen vom Club der dichten Dichter auch heute noch kreuzfeldein und querfeldaus durch die Welt gereicht.
Darin finden sich teilweise hervorragende Comics, Zeichnungen und meist sinnfreie Texte, auch wenn sich in letzter Zeit politische Einschübe häufen. Blut im Stuhl ist hier in der Gegend eines der langlebigsten Projekte.
Das Dortmunder Heft Blut im Stuhl, aber zum Arzt geh ich nicht, tendiert dagegen eher zu absurd-grotesker Kurzprosa, die nicht immer realitätsbezogen ist. Die literarischen Vorbilder der Blattmacher unterscheiden sich sehr. Viele berufen sich auf Bukowski, Kerouac oder Burroughs, andere sehen ihre Einflüsse eher im Dada oder Surrealismus. Andreas Dölling, 28jähriger Web-Programmierer und Macher von "Blut im Stuhl", nennt Eugen Egner von der Titanic. Oder Knut Hamsun, "auch wenn den keiner kennt."
Hört sich ja alles sehr unkritisch an, wie ich schreibe? Stimmt, aber das Teil ist wirklich auf seine Weise genial. Freilich gefallen mir nicht alle Stories gleich gut, aber das Heftchen hat seine eigene Persönlichkeit / Identität. [...] Blut im Stuhl – der Shareholder Value für alle nonkonformistischen Hedonisten.
Jaaaaaa, mein Lieblings-Zine ist wieder da und bietet jedem Bekloppten und Bescheuerten die Möglichkeit, sich mal wieder mit Comic-Kunst und Grotesk-Geschichten jenseits der Normalität zu beschäftigen. Mit 32 Seiten (A5) ist die Ausgabe dünner ausgefallen, und auch der Inhalt ist nicht mehr so abgefuckt genial wie früher, aber so was bleibt nicht aus. Idealismus hin oder her, aber das Leben wird halt nicht einfacher, sondern schmeißt einem nur noch Knüppel zwischen die Beine. Egal, es ist trotzdem nicht schlecht und das Rückporto sicherlich wert (das Heft selbst ist kostenlos!!!). Im Übrigen können die glorreichen alten Ausgaben noch nachbestellt werden! Note: Born Blöd, aber Spaß macht´s!
Strike! Totgesagte leben länger! Nicht immer, Herr Honnecker, aber dieses Mal ist dieser Spruch absolut berechtigt, denn als Abschiedsausgabe geplant ist die #12 nun zum Inbegriff der Auferstehung dieses kultigen Non-Music-Zines über kaputte Kultur, voll erlesener Lyrik und chaotischer Comics geworden und ließ in mir die Hoffnung steigen, daß nicht alles auf der Erde scheiße ist. Jetzt hat mein Leben wieder einen Sinn! Tja, aber was ist das denn für ein Zine, schon alleine der Titel klingt ja ekelerregend? Nun, meine sehr verehrten Raben und Bären, dieses Heft enthält abnormale Kurzgeschichten, denkwürdige Kollagen, merkwürdige Comics und einen Humor, der sich gewaschen hat ... in der Kloschüssel. Gut, der ursprüngliche Charakter ging leider verloren, dennoch ist es eine wahre Freude, daß dieses Kulturgut weiterlebt. Vielleicht ist es ja auch nur erwachsen geworden, haha.
Die im A5-Format kopierten Hefte sind sehr skurril, mit vielen absurden Geschichten, schrägen Comics, aberwitzig, herkömmliche Genres oftmals unterlaufend. Manches erscheint bewußt dilettantisch, verliert aber nicht den Reiz, da die Hefte insgesamt abwechslungsreich gestaltet sind. Fernab von kommerziellen Strukturen, so meine ich jedenfalls, arbeiten hier ein paar Menschen am Aufbau einer eigenständigen, originellen ßieehn.
Ebenfalls sein Niveau halten kann Blut im Stuhl mit seltsamsten Geschichten, lustigen Comics und dem speziellen Humor.
Ich bin mir sicher, daß 98% der Bevölkerung nicht verstehen, um was es in diesem kleinen, feinen Magazin aus dem Ruhrpott geht, aber so mancher PENIS-Leser dürfte daran Gefallen finden. Comics und Geschichten von völlig sinnloser Absurdität aus einem Universum fern jeglichen Verständnisses. Erklären läßt sich dies nicht, darum eine Kostprobe auf der gegenüberliegenden Seite.
Glücklich wird dagegen derjenige, der sein Taschengeld in die titanicgeprüften Fanzines Der kosmische Penis (Humor mit Subkulturbezügen, ...) und Blut im Stuhl (genialinfantile Kollagen, Komix, Kurzgeschichten, ...) anlegt.
Eine Woche lang wurde es zum geflügelten Wort in der zitty-Grafik: das Fanzine Blut im Stuhl - aber zum Arzt geh ich nicht aus der Meisterstadt Dortmund. Blut im Stuhl ist eine durchgeknallte Mischung aus Geschichten und Gedichten, Comics und Cartoons, alle hemmungslos subjektiv, aber durchaus unterhaltsam. Es erscheint ungefähr alle vier Monate und wird in Dortmund und Umgebung in Kneipen und auf Konzerten für lau verteilt (löblich). Kommerzielle Aspekte spielen keine Rolle und ein bißchen fühlte ich mich beim Durchlesen an die alte ZK-Single "Das kannst auch Du" erinnert. Im Ruhrgebiet hat Blut im Stuhl jedenfalls angeblich schon Kultstatus erreicht.
An das gute alte Dreck-Magazin aus Bielefeld erinnert mich die Zeitschrift Blut im Stuhl, deren siebte Nummer eben erschienen ist. Darin sind Comics, Tischreden, Fotogeschichten, Collagen und Späße sehr unterschiedlichen Niveaus zu finden, und dies fast durchweg nur in dilettantischer Aufmachung. Aber auf die Aufmachung kommt es bekanntlich nicht an. Also sind die gezeichneten Witze und Strips meist viel besser als die Zeichentechnik, denn andersherum wäre es ja nur langweilig. Die Mischung aus Vulgarität und Niedlichkeit, Highlights und Belanglosem, Einfallsreichtum und herstellungstechnischer Armut könnte Blut im Stuhl zu einer der Talentschmieden machen, von denen ich, was meine Unterhaltung betrifft, mehr erwarte als von Kunsthochschulen und der Publizistikfakultät. Auf der Spielwiese geht es doch immer am lustigsten zu.
